Buchvorstellung · Leseprobe

Maximus und der Herrscher der Zwischenwelt ab 12 Jahren – Renate Roy Leseprobe

Maximus und der Herrscher der Zwischenwelt ab 12 Jahren

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Prolog

Vampire existieren nicht! So ein Kinderkram! Denkst du auch so? Na dann hör mir mal gut zu, ich werde dir jetzt eine Geschichte erzählen die dich in zwei Welten einer noch lebenden Vampirfamilie entführen und fesseln wird. Wo du vieles was so passiert in der Welt plötzlich mit anderen Augen sehen wirst. In der du das Universum plötzlich mit anderen Augen betrachtest und es zwischen Himmel und Hölle nicht nur unsere Welt gibt. Ich rede von einer unvorstellbaren Zwischenwelt, in der Wesen gefangen sind, die nicht einmal der Teufel will. Du hast dich sicher schon mal gefragt, warum immer schlimmere Dinge in der Welt passieren. Naturkatastrophen und Unruhen beherrschen die Tagesschau und überfluten eure unbedarften jungen Seelen mit Gewalt, Terror und Einzelschicksalen. Du willst von mir eine kurze schnelle Antwort darauf? Die kann auch ich dir nicht geben. Doch nicht immer ist alles nur Schicksal und Zufall. Verlass deine reale Welt und tauch mit mir in die Geschichte von Maximus dem jungen Vampir ein. Vielleicht finden wir gemeinsam eine Antwort darauf.

Die Zwischenwelt

»Brr ist das kalt hier«, waren meine ersten Gedanken, als ich etwas unsanft landete. Ich fühlte die Feuchtigkeit und die Kälte durch alle Poren meines Körpers und sog mühsam die modrige Luft ein. Mein Kopf brummte und schmerzte. Meine Lippen schmeckten die feuchte Erde. Ich lag auf dem Bauch und wagte nicht mich umzudrehen. Wie war ich hergekommen? Es schien alles so unwirklich.

»Das Vamuraibuch! Das blaue Licht!«, schoss es mir durch den Kopf. Ich hätte wohl besser das Kaminzimmer meiden sollen. Warum war ich nur immer so neugierig? Papa hatte mich doch vor dem Buch gewarnt. Mein Leben war doch eigentlich perfekt gewesen. Papa hatte in meiner Lehrerin eine neue Frau gefunden und ich würde bald ein Geschwisterchen bekommen. Dank meiner entwickelten Spezialcreme, die uns damals schon vor den Vampirjägern gerettet hatte, führten wir ein fast normales Leben, das sich kaum von dem anderer unterschied. Naja, außer dass wir in einem großen Schloss wohnten, gräflichem Ursprung waren und übermenschliche Kräfte hatten. Und dass sich mein Vater, der Graf Vamus immer noch gerne in seine Gruft zurückzog.

Bei diesem Gedanken musste ich schmunzeln und konnte mir selbst in dieser Situation das Grinsen nicht verkneifen. Frau Mairose hatte zwar einiges in unserem Leben verändert, aber alle Marotten meines Vaters konnte auch sie nicht verändern. Ich selber hatte in letzter Zeit viele neue Freunde gewonnen und war eigentlich ein glücklicher Teenager. Was war nur in mich gefahren, die Warnungen meines Vaters zu ignorieren? Er hatte mich noch gewarnt: »Was für die Hexen das Hexenbuch ist, ist für die Vampire das Vamuraibuch. In diesem Buch sind all die Antworten enthalten, die für Vampire wichtig sind. Doch es ist sehr gefährlich, und man muss ganz vorsichtig damit umgehen, weil es lebt und unheimliche Kräfte besitzt.«

Ich fand das alles damals ziemlich spannend. Das Vamuraibuch hatte mich von Anfang an in den Bann gezogen. Selbst als es mein Vater geöffnet hatte und ich anfangs etwas enttäuscht war, weil es nur aus leeren Seiten bestand. Mein Vater hatte mir aber erklärt, dass das Buch erst Sätze schreibt und zu einem spricht, wenn man ihm eine Frage stellt. Er hatte mich gleichzeitig vor den Gefahren des Buches gewarnt, und dass man es nur im Notfall verwenden dürfe. Es könne einem auch Schaden zufügen und dazu bringen, in seine Seiten einzutauchen. Dann würde man in einer Zwischenwelt mit gefährlichen Wesen landen. Er erzählte mir außerdem, dass ein Vampir in dieser Zwischenwelt über keine außergewöhnlichen Kräfte verfügen würde.

Tja und das schien jetzt der Fall zu sein. Ich fror fürchterlich und hatte Angst. Meine Gedanken schwelgten weiter. Wie konnte ich mich nur dazu hinreißen lassen. Das erste Erlebnis mit dem Vamuraibuch war schon einige Zeit her gewesen, aber es war mir nicht mehr aus dem Sinn gegangen. Immer wieder zog es mich magisch ins Kaminzimmer, doch normalerweise betrachtete ich es immer aus sicherer Entfernung. Bis ich eines Tages die Grenze überschritt.

Meine Eltern waren nicht zuhause und wie von unsichtbarer Hand geführt, ging ich ins Kaminzimmer und stand plötzlich ganz nahe neben dem Vamuraibuch. Ich konnte mich der Magie des Buches nicht mehr entziehen. Wie von selbst griff meine Hand in das Regal, wo das Buch lag. Es war so schwer, dass ich es kaum anheben konnte. Ich nahm es, legte es vor den Kamin auf den Boden und betrachtete es zum ersten Mal näher. Seltsame Ornamente zierten den Umschlag und die Blätter waren außen rot gefärbt. Es sah ganz anders aus, als alle Bücher, die ich bisher gesehen hatte. Als es so vor mir lag, konnte ich einfach nicht widerstehen, ich musste es berühren. Meine Hand strich vorsichtig über den dicken Umschlag. Es fühlte sich an wie eine Mischung aus Freude und Leid, Gut und Böse. Es roch alt und modrig. Ich sog gierig an diesem Duft, wie ein Verdurstender an einem Strohhalm. Es machte mich ganz benommen und meine Hand begann leicht zu vibrieren.

Doch irgendetwas hielt mich zurück das Buch zu öffnen. Die Warnungen meines Vaters waren tief und fest in meinem Gehirn verankert. Ich wollte schon wieder das Kaminzimmer verlassen, als aus der Seite des Buches ein Hauch blauen Rauches entwich. Es war als wollte das Buch mit mir Kontakt aufnehmen. Gebannt starrte ich den Rauch an, der sich sogleich wieder verzogen hatte. Zurück blieb ein süßlicher, unwiderstehlicher Geruch, der mich an frisches Blut erinnerte. Genüsslich strich meine Zunge über meine Lippen und meine Vampirzähne fingen leicht an zu zittern. Aber nicht dass ihr jetzt denkt, ich wäre ein blutrünstiger Vampir. Ganz im Gegenteil. Ich hatte mich bisher nur von Tier Blut und Beuteln aus der Blutbank ernährt. Seit ich mit der Spezialcreme eins geworden war, schmeckte mir auch normales Essen. Diese Creme hatte nicht nur unser Leben verändert, sondern sie hatte uns zu Halbmenschen gemacht, weil wir jetzt tagsüber existieren konnten. Meine Gedanken wanderten zurück zum Vamuraibuch. Nachdenklich starrte ich es an und berührte es erneut. Doch etwas hielt mich immer noch davon ab, das Buch zu öffnen. Ich wollte meine Hand schon zurück ziehen, doch irgendwie klebte sie jetzt am Einband fest. Es war, als ob sich das Buch weigern würde, mich wieder gehen zu lassen. Ich dachte ich träume und schüttelte ungläubig den Kopf.

»Was willst du von mir? Lass mich gehen! «

Dabei versuchte ich mit der anderen Hand die klebende Hand wegzuziehen. Doch es half nichts, das alte Vamuraibuch blieb stur und ließ es nicht zu. Ich fasste neuen Mut, nahm stattdessen die andere Hand um das Buch zu öffnen. Das hätte ich wohl besser lassen sollen, denn ich spürte so etwas wie einen Stromschlag durch meinen Arm und dieser wurde plötzlich ganz schwer und heiss. Anschließend durchfloss mich ein angenehmer Schauer, der sich sogleich in meinen ganzen Körper verteilte. Ein letzter Versuch den Arm zurückziehen scheiterte. Wie von einer unsichtbaren Kraft geleitet, schlug der Deckel des Vamuraibuches plötzlich von alleine auf und das Buch lag geöffnet vor mir. Sanfter blauer Rauch stieg langsam aus dem Buch empor und weil ich den Kopf nach unten gebeugt hatte, stieg mir erneut der süßliche blaue Rauch direkt in die Nase hinein. Hastig und gierig sog ich daran. Ich konnte nicht genug davon bekommen und es machte mich ganz benommen. Noch bevor ich mir über dieses blaue Licht und den Geruch Gedanken machen konnte, begann das Buch plötzlich mit mir zu sprechen: »Ich habe dich erwartet Maximus! Ich warte seit dem Tag an dem du mich zum ersten Mal gesehen hast darauf, dass du mich öffnest! Was willst du wissen?«

Vor Schreck ließ ich den Deckel los, wollte dabei gleichzeitig aufspringen und einen Satz zurück machen, verlor aber mein Gleichgewicht. Ich fiel rücklings um und knallte mit dem Kopf gegen die Couch. Es gab einen dumpfen Schlag und ich hielt mir schmerzerfüllt den Kopf.

»Das gibt es doch gar nicht«, murmelte ich mehr zu mir selbst, »wie kann ein Buch zu mir sprechen?«

Wieder schüttelte ich ungläubig meinen Kopf und starrte erneut das Buch an. Was hatte mir mein Vater letztes Mal gesagt?

»Das Buch lebt!«

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