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Autorenmonat – Nicole Gozdek im Interview

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1. Name, Alter?
Hi, mein Name ist Nicole Gozdek. Ihr dürft mich aber gerne Nicole nennen, da mein Nachname ja nicht unbedingt einfach auszusprechen ist. Ich habe mich aber dennoch entschieden, nicht unter einem Pseudonym zu veröffentlichen, sondern unter meinem echten Namen, eben weil er so selten ist und somit keine Verwechslungsgefahren mit anderen Autoren bestehen – und weil ich Befürchtungen hatte, dass ich bei einem Pseudonym eventuell nicht reagiere, wenn ich damit angesprochen werde. 😉
Ach ja, das hätte ich beinahe vergessen. Ich bin 37 Jahre alt.
 
2. Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Als ich siebzehn war, wurde ich immer häufiger gefragt, was ich denn nach dem Abi einmal werden wollte. Und mir wurde klar, dass ich eigentlich nur eines machen wollte: nämlich Geschichten erfinden und in fremden Welten versinken.
Da „Fantasyautorin“ aber kein Lehrberuf ist, habe ich dann doch erst ganz traditionell Literatur studiert und einen Brotjob gelernt, bevor ich mit meinem Hobby Schreiben ans Licht der Öffentlichkeit getreten und mein erstes Buch veröffentlicht habe. Schreiben tue ich aber schon, seitdem ich siebzehn bin. Geschichten in meinem Kopf spinnen und mir vorstellen, wie die gerade gelesenen Geschichten weitergehen könnten, aber schon weitaus länger als 20 Jahre.
 
3. Woher kommen die Ideen für ein neues Buch?
Das ist ganz unterschiedlich. Häufig ist es so, dass ich über irgendetwas stolpere, das ich merkwürdig finde, und mich dann frage: Warum ist das so? Und was wäre, wenn es nicht so wäre, sondern ganz anders? Die Frage „Was wäre wenn“ war zum Beispiel auch Pate bei meinen beiden Romanen „Die Magie der Namen“ und „Königreich zu verschenken“.
Bei anderen Buchideen kann ich im Nachhinein gar nicht mehr sagen, woher die Idee stammt. Plötzlich war sie einfach da und tauchte fertig in meinem Kopf auf. Dann fühle ich mich, als wäre ich nicht die Erfinderin, sondern lediglich die Chronistin der Geschichte. Für mich sind diese Fälle immer am spannendsten, einfach weil ich häufig selbst nicht weiß, wohin sie mich führen.
4. Wie lange brauchst du für ein Buch?
Das ist sehr unterschiedlich und hängt auch davon ab, ob man Schreibpausen (durch Studium, Job) mitzählt oder nicht. Für mein kürzestes und schnellstes Buch habe ich 6 Wochen Schreibzeit gebraucht – ich fange am besten nicht an, ab der Idee an zu zählen, denn es kommt häufig vor, dass ich erst andere Projekte zu Ende schreibe und neue Ideen ein paar Jahre in meinem Ideen-Ordner warten müssen – für mein längstes Buch hingegen habe ich über zwei Jahre Schreibzeit benötigt, allerdings musste ich jobbedingt über 3 Jahre die Arbeit daran unterbrechen. Wenn man die Pause mitrechnet, dann wären das 6 Jahre für dieses Buch.
 
5. Wo schreibst du am liebsten?
Am liebsten schreibe ich zu Hause und je nach Lust und Laune (hust, oder dem Chaos auf dem Schreibtisch, hust) am Schreibtisch oder auf dem Sofa. Da ich auf meinem Laptop schreibe, geht das ganz gut, dass ich hin und wieder wechsle. 🙂
 
6. Wie kommst du zu deinen Covern? Hast du da immer ein Bild vor Augen und machst sie selbst?
Bei meinen Covern muss man unterscheiden, ob sie für meine Wattpad-Geschichten sind – die mache ich selbst mit Bildern aus einer professionellen Bilder-Datenbank – oder für meine Publikationen. Die Cover für meine Veröffentlichungen mache ich nicht selber, da dürfen die Profis dran. Bei „Die Magie der Namen“ hat der Piper Verlag das Cover gestalten lassen – und ich finde, es ist wirklich wunderschön geworden.
Bei meinem selbst veröffentlichten Roman „Königreich zu verschenken“ habe ich mit einer Grafikerin zusammengearbeitet, die meine Ideen großartig umgesetzt hat. Ich wollte unbedingt ein lustiges Cover, das zum Roman passt, mit Elementen wie Krone, Thron und Schloss, die zum Thema Monarchie passen, und dazu im Vordergrund ein Schild, auf dem der Titel des Romans steht, da ich ein Bild aus amerikanischen Serien vor Augen hatte, wo vor manchen Häusern Schildern mit der Aufschrift „For Sale“ stehen. Am Ende wurde das Schild viel edler und ansprechender als ein simples Holzschild im Boden und passte wunderbar zu meiner Kernidee des Romans.
Bei den Covern für meine Wattpad-Geschichten habe ich meistens schon bestimmte Stimmungen oder Elemente im Kopf, die zur Geschichte passen, und begebe mich dann auf die Suche nach passendem Bildmaterial. Manchmal dauert es ziemlich lange, bis ich etwas Passendes gefunden habe, das meinen Vorstellungen entspricht, manchmal geht es auch recht schnell. Leider bin ich, was Covergestaltung betrifft, eine Niete, sodass ich keine eigenen Bild-Kompositionen mache, sondern in der Regel nur noch Schriften auswähle und den Titel und meinen Namen ergänze. Alles andere bis auf die Wattpad-Cover überlasse ich lieber den Profis, die können das auch viel besser als ich. 😉
 
7. Hast du beim Schreiben bestimmte Rituale/Tagesabläufe?
In der Regel lese ich mir die letzten Kapitel noch mal durch, die ich geschrieben habe, dann bin ich sofort wieder in der Geschichte drin und in der richtigen Stimmung und kann sofort weiterschreiben. Ich schreibe zwar lieber morgens oder nachmittags, aber es kommt sehr stark darauf an, wann ich Zeit zum Schreiben habe. Daher schreibe ich regelmäßig auch abends. Ansonsten habe ich aber keine Rituale wie eine bestimmte Musik oder Ähnliches. Ich brauche nur meinen Laptop, etwas zu trinken und zu naschen – wenn ich schreibe, dann gerne mehrere Stunden am Stück, also muss alles Notwendige für das leibliche Wohl in Griffweite sein – und dann schreibe ich einfach drauflos.
 
8. Was liest du am liebsten und liest du auch dein eigenes Buch?
Ich bin ein Fantasy-Freak, am liebsten lese ich Fantasybücher von High Fantasy über lustige Fantasy bis hin zur zeitgenössischen Kinder- und Jugendbuch-Fantasy. Fantasy in jeglicher Spielart ist auch das Genre, das ich selbst am häufigsten schreibe.
Mein eigenes Buch lese ich zielgerichtet: Also beim Korrekturlesen, für die Auswahl von Zitaten für Marketing-Maßnahmen, bei der Auswahl von Textstellen für Lesungen, vor dem Schreiben einer Fortsetzung, etc. Als Autor liest man seine eigene Geschichte immer ganz anders als der Leser. Zum Spaß die eigene Geschichte lesen, funktioniert da für mich nicht. Man stolpert dann gerne mal über Tippfehler, die man bislang übersehen hat – das kann mich dann manchmal auch richtig ärgern -, über komische Formulierungen, etc. Und das Ende kennt man ja auch schon. Es ist also nicht überraschend, so wie es für den Leser ist, der die Geschichte zum 1. Mal liest.
Das einzige Mal, dass ich dieses Gefühl hatte, dass es neu und überraschend ist, war, als ich zum 1. Mal das Hörbuch von „Die Magie der Namen“ gehört habe. Es ist wirklich etwas ganz anderes, wenn jemand anders dir deine Geschichte vorliest. Ich wusste nicht, wie der Sprecher sie umgesetzt hat, und war gespannt auf jede wichtige emotionale Stelle und jede neue Figur.
 
9. Wenn du dein Leben noch einmal von vorne beginnen könntest, würdest du etwas anders machen?
Ich glaube nicht. Klar, ich hätte viel früher versuchen können, meine Geschichten zu veröffentlichen, aber ich war zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht so weit. Und letzten Endes hätte ich dann wahrscheinlich nicht beim Piper Award erzaehlesuns mitgemacht und die Chance bekommen, mein 1. Fantasybuch bei einem so renommierten Verlag wie Piper zu veröffentlichen. Es ist alles gut so, wie es gekommen ist. Manchmal macht man Umwege im Leben, aber die Umwege, die ich gemacht habe, stellten sich im Nachhinein als wertvolle Erfahrungen heraus, die mir jetzt weiterhelfen. Daher würde ich alles wieder so machen.
 
10. Würdest du gerne in einer anderen Welt leben? Vielleicht sogar in der Welt aus deinen Büchern?
Ich würde gerne mal Hogwarts besuchen, eine Reise in die Grenzlande machen und andere phantastische Welten bereisen. Aber das stelle ich mir eher wie eine Urlaubsreise vor, in einer anderen Welt auf Dauer leben, nein, ich glaube, das wäre nichts für mich.
Ob ich gerne in den Welten aus meinen Büchern leben würde? Nun, in gewisser Hinsicht tue ich das ja bereits, wenigstens in meiner Phantasie, sonst könnte ich sie nicht schreiben. Doch es würde mir wahrscheinlich sehr schwer fallen, wenn ich mich auf eine Welt beschränken müsste, daher bleibe ich lieber hier und schreibe weiterhin Fantasybücher. 😀
 
11. Beschreibe dich in 3 Worten: nett, kreativ, dickköpfig
 
12. Welchen deiner Charaktere magst du am liebsten und würdest du auch mal gerne im realen Leben kennenlernen?
Ich soll mich jetzt zwischen meinen Charakteren entscheiden? Wisst ihr, wie schwer das ist? Es fällt mir leichter zu sagen, welche Figuren ich nicht im realen Leben kennen lernen möchte, zum Beispiel Murphy, da ich bestimmt sonst ein Opfer seiner Streiche werde, oder Fladis, ein intriganter und überaus intelligenter Bösewicht, der in dieser Welt bestimmt alles daran setzen würde, der nächste Bundeskanzler zu werden oder eine ähnlich einflussreiche Machtposition zu erlangen.
Ansonsten kann ich mich zwischen Tirasan, Rustan, Alexander, Peter, Liaman, Omenon und all den anderen nicht entscheiden. Doch halt: Ich glaube, es wäre ganz spannend, die Götter aus meinen Geschichten kennen zu lernen – nicht alle, denn ein paar sind böse oder zerstörerisch – oder ein Bobodan (eine Art Katze mit Flügeln, die Magiern oder den Favoriten der Götter zur Seite stehen) oder ein Dämonkind wie Ffpa als Gefährten zu haben. Das wäre ziemlich aufregend und interessant. Und ja, sie können sprechen und sich mit mir unterhalten. 😉
 
13. Dein Lebensmotto oder Lieblings Zitat?
Ich bin eine Optimistin. Ein richtiges Lebensmotto habe ich zwar nicht, aber im Zweifelsfall wäre es etwas wie „Das Glas ist halbvoll“, „Glaube an deine Träume“ oder Ähnliches.
 
Hier findet ihr die liebe Nicole Gozdek bei Facebook. Schaut doch mal vorbei… Und wenn ihr noch Fragen habt, dann kommentiert heute mal fleißig, vielleicht schaut Nicole ja auch noch hier vorbei.. 😉
 
Eure Hermine
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