Bücher · Buchvorstellung

Autorenmonat – Buchvorstellung: Textauszug aus „Feuerhelix“ von Ela Feyh

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»Der wacht ja schneller auf, als erwartet.« Bewaffnet mit einem Besen trippelte ich auf Zehenspitzen in den Flur. Sollte ich da jetzt wirklich reingehen? Unschlüssig beäugte ich die Tür und lauschte auf weitere Geräusche, aber bis auf das Knarzen meines Bettes hörte ich nichts. Jetzt gib dir einen Ruck, er wird dich schon nicht umbringen! Trotzdem kroch die Angst in meine Brust und begann meine Atmung lahmzulegen. Ich presste die Lippen aufeinander und bekämpfte die Panik, indem ich mehrmals tief durchatmete, bevor ich den Schlüssel umdrehte. Lautlos öffnete sich die Tür.
Zwei tiefschwarze Augen fixierten mich, lösten Urängste in mir aus, die ich nicht verstand. Er war ein Freund und kein Monster, oder doch? Jetzt gerade wirkte Aaron jedenfalls nicht wie ein guter Bekannter. Angespannt hockte er auf meinem Bett und wirkte wie eine Krähe, kurz bevor sie ihren Nachbarn hackte.
»Was ist mit mir passiert? Wo bin ich?«, verlangte er mir versteinerter Miene zu wissen. Seine Stimme schien direkt aus einem rotglühenden Schmiedeofen zu stammen. Da es mittlerweile zu dämmern begann, konnte ich sein Gesicht nur schemenhaft erkennen. Dennoch glaubte ich, ein leichtes Flimmern um ihn wahrzunehmen. Bildete ich mir das ein? Ich blinzelte, das eigenartige Phänomen blieb jedoch bestehen. Was hatte er vor? Wollte er mich verbrennen? Ging das überhaupt?! Ich nahm all meinen Mut zusammen und ging, den Besen weiterhin fest umklammert, in mein Zimmer. Was sollte schon passieren? Wenn er handgreiflich wurde, konnte ich das Pulver werfen. Also trat ich vorsichtig näher und wartete ab. Da er mich weiterhin nur fixierte, traute ich mich etwas zu sagen. Vielleicht konnte ich ihn ja besänftigen und das Ganze hier endete doch noch gut. Mein Instinkt zweifelte jedoch an meiner positiven Ansicht. Mit einigen Schwierigkeiten, da meine Hände heftig zitterten, stellte ich den Besen an die Wand, um meine guten Absichten zu unterstreichen – immerhin wirkte eine bewaffnete Person nicht gerade vertrauenserweckend –, setzte mich auf den Schreibtischstuhl und versuchte so entspannt wie möglich zu wirken. Seine abweisende Haltung und Mimik erschwerte mein Vorhaben jedoch erheblich, sodass ich stocksteif auf dem Stuhl hockte und mich zur Atmung zwingen musste. Warum jagte der Typ mir bloß so eine Angst ein?
»Beruhige dich bitte«, sagte ich sanft und hoffte inständig, dass er das leise Beben meiner Stimme nicht hörte.
»Warum bin ich hier?« Jedes Wort zerschnitt die Luft und fühlte sich wie Glasscherben an, die über meine Haut kratzten. Das letzte bisschen Hoffnung, das hier unbeschadet zu überstehen, verschwand in dem Moment, als die Luft um ihn herum intensiv zu flimmern begann und die Zimmertemperatur Saunaniveau erreichte. Was passierte hier? Bei den Göttern, lass das hier gut enden! Ich ballte meine Hände, um die zitternden Finger zu verbergen. »Du bist angeblich ausgetickt, weshalb Alina und Eva dich hierher brachten.«
Schwarze Augen durchbohrten mich förmlich. Ich verkrampfte meine Hände im Schoß, sodass die Knochen weiß hervortraten, zwang mich aber ruhig zu bleiben und nicht sofort aus dem Zimmer zu stürmen, wie mein Instinkt mir entgegenschrie. Einer von uns musste bei Vernunft bleiben, andererseits konnte das hier böse enden, zumal ich immer noch nicht wusste, was er war. Ein schlimmer Verdacht drängte sich mir auf. Konnte er einer der Halbgötter sein?
Das klingt doch spannend! 😀 Ich bin neugierig, was Lucy noch alles erlebt und was mit Aaron los ist.. Wer möchte jetzt auch weiterlesen?? 😀
Eure Hermine
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