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Autorenmonat – Buchvorstellung: Das aktuelle Projekt von Henry Wimmer

Das ist ein Kapitel aus meiner neuen, noch nicht fertigen Geschichte. Ich mag dieses Kapitel sehr. Wahrscheinlich weil es auch wieder vieles beschreibt, von dem, was ich empfinde.
 
Die Welt verschwindet um mich
 
Ich weiß nicht, mein Freund, ob du nachempfinden kannst, was mit mir geschah.
All das, was ich bis zu diesem Zeitpunkt als richtig, wichtig und real angesehen hatte, verschwand plötzlich in einem Dunst, der nichts mehr weiter zuließ, als die Sicht auf die Feder in meiner Hand. Es war nicht so, dass ich versucht hätte, mich umzusehen oder festzustellen, was um mich herum geschah. Vielmehr wusste ich in diesem Moment, dass die Welt, wie ich sie bisher kannte, nicht mehr existierte. Mein Blick war so sehr auf die Worte fixiert, die ich schrieb…
 
Nein, auch das stimmt nicht.
Ich sollte es dir so erklären, wie ich es tatsächlich empfand. Und auch noch bis heute empfinde, wenn ich mich an einen neuen Text setze.
 
Ich nahm die Umwelt nicht mehr wahr.
Aber auch den Text nicht. Zwar sah ich die Lettern, die Worte, die ich schrieb. Aber sie waren nur ein Mittel zum Zweck. Aus meiner Phantasie, welche die leeren Seiten mit meinem Herzblut füllte, entstand neue Phantasie, die mir Bilder schenkte. Bilder, die in dem Augenblick vor meinem geistigen Auge abliefen, als ich Zeile für Zeile füllte. Vielleicht war es auch anders überhaupt nicht möglich. Vielleicht war es genau das, was die Stimme meines unsichtbaren Begleiters damit meinte, als er mir sagte, nur mit Herzblut könne etwas entstehen, das den Leser berührt.
 
Aber noch etwas verwunderte, ja, faszinierte mich aufs Äußerste.
War ich eben noch an die leeren Seiten getreten, ohne zu wissen, wie ich beginnen sollte, entwickelten meine Hände ein Eigenleben, das ich nicht mehr zu stoppen in der Lage war. Ich schrieb Wort für Wort, Zeile für Zeile. Und Kapitel für Kapitel. Schon lange war ich nicht mehr Herr meines eigenen Willens. Ich musste mich von diesem Sog mitnehmen lassen. Mich dagegen zu wehren, hätte zum einen nichts genutzt, zum anderen die Schmerzen zurückgebracht. Er hatte mich gewarnt und er hatte sehr genau gewusst, warum er das tat.
 
Als meine Finger begannen, sich zu verkrampfen, schaute ich das erste Mal seit langer Zeit wieder bewusst von meinem Manuskript auf.
„Habe ich es dir nicht gesagt?“
Ich musste unwillkürlich lachen.
Es war reines Glück, das ich spürte. Plötzlich wurde mir bewusst, was ich über all diese langen Jahre vermisst hatte.
 
„Schau auf die Seiten.“
„Habe ich das nicht die ganze Zeit getan?“
„Tu dir selbst und mir den Gefallen und schau jetzt ein weiteres Mal darauf. Sieh und begreife, was geschehen ist. Lies deine Worte.“
Ich wusste nicht, was er mir damit andeuten wollte.
Aber wenn er so sehr darauf bestand, wollte ich ihm den Gefallen tun.
 
Ich schlug die erste Seite erneut auf. Begann zu lesen. Und erstarrte.
Sollten das wirklich meine eigenen Worte gewesen sein. Sie klangen, als habe sie jemand anderer geschrieben. Sie waren mir unbekannt. Und doch erinnerten mich die entstehenden Bilder erneut an die Erlebnisse der vergangenen Stunden.
Seite für Seite blätterte ich um.
„Aber das ist doch nicht möglich.“
 
Was ich dort vor mir sah, musste das Produkt vieler Stunden sein.
Wie lange hatte ich an dieser Stelle gestanden und meine Gedanken in die Feder einfließen lassen? Oder umgekehrt?
Mir schwirrte der Kopf.

Ich hoffe euch hat der Tag mit Henry gefallen und ihr seid vielleicht neugierig auf seine Bücher geworden.. vielleicht sind ja auch seine Reime was für euch.. 😉
Enden wir den Tag mit dem Versprechen, dass ihr hier demnächst, irgendwann :D, sicher noch mehr von mir über ihn und seine Bücher hören werdet… 😉
 
Eure Hermine


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