Bücher · Buchvorstellung · Neuerscheinung

Autorenmonat – Buchvorstellung: Textschnipsel 2 aus „Auf den Schwingen eines Greifen“ von Pia Hepke

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„Es war in einer stürmischen Nacht“, begann er dann endlich langsam und bedächtig zu erzählen. „Stürmische Nächte sind an sich nichts Ungewöhnliches, aber verbunden mit einem Gewitter, das keinen Donner kennt, ist es etwas Besonderes. In einer solchen Nacht, heißt es, werden die Greifen geboren. Mithilfe eines Blitzes, der sie aus den fernen Himmeln zur Erde geleitet. Um den kleinen Greifen herum brennt ein Kreis aus Feuer, dessen Farbe die seiner Federn widerspiegelt.“
Die Sonne war nun soweit untergegangen, dass es aussah, als ob die weit entfernten Bäume in diesem Moment ebenfalls in Flammen stünden.
„Ich hatte so etwas noch nie erlebt, aber ich glaubte daran. Niemand hat uns diese Legende erzählt, wir sind Einzelgänger, wie dir bekannt ist, weshalb der Austausch unter uns nicht besonders groß ist. Es ist einfach etwas, was man tief in seinem Inneren weiß. Genauso wie man weiß, dass man essen, trinken und schlafen muss.“ Die Federn über seinen Augen kräuselten sich und standen von seinem Kopf ab, als er die Stirn runzelte und damit einen ernsten Ausdruck auf sein Adlergesicht zauberte. Ich starrte ihn die ganze Zeit an, wagte es nicht, mich zu bewegen.
„Hier oben in den Bergen gibt es Dörfer, deren Bewohner noch an uns glauben, weil sie ab und an einen Greifen zu Gesicht bekommen. In solchen Nächten sind wir jedoch zu Hauf unterwegs, obwohl das Fliegen bei derart schweren Wetterbedingungen alles andere als ein Vergnügen ist, aber jeder Greif möchte einmal ein solches Wunder sehen. Deshalb haben sich einige Dörfer angewöhnt, Opfergaben darzubieten, um uns und die Natur zu beschwichtigen.“ Glenns Löwenschwanz zuckte vor innerer Anspannung hin und her, doch ich wandte den Blick nicht von seinem Gesicht ab.
„Es ist recht praktisch. Sie haben Angst vor uns und dem Gewitter mit seinen zahlreichen Blitzen. Mit den Opfergaben wollen sie die Götter beschwichtigen. Wir nehmen einfach das, was sie uns geben, dann sind alle zufrieden.“ Glenn machte eine kurze Pause, als ob er erwartete, dass ich ihn rügen würde, weil er den Bauern ihr Vieh wegnahm, doch das hatte ich nicht im Sinn.
Das war nun schon der 2. Textschnipsel.. aber ich darf euch noch mehr zeigen… 😀 seid ihr schon neugierig auf das Buch?? 😀
Eure Hermine
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