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HerzSeilAkt – Mirjam H. Hüberli

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Na dann, möchte ich euch meinen allerersten Liebesroman vorstellen. Der Titel lautet HerzSeilAkt und das Buch wird im kommenden Monat im wundervollen Drachenmond Verlag erscheinen. Die Geschichte handelt von Mina, die den Trubel des Alltags aufzufressen und sie sich dabei immer mehr zu verlieren droht. Aber zum Glück gibt es da noch ihre Mädelsclique und dieser fremde Kerl, der ihr vor die Füße fällt 😉

Damit ihr wisst, was ich meine, hier (ganz exklusiv!) die ersten drei Seiten zum Reinschnuppern (noch unlektoriert!):

Kapitel 1

Rüschenkleid meets Chaosqueen

»Halleluja!«, schimpfe ich, hechte entschlossen über eine große Pfütze – was in hochhackigen Schuhen einem echten Kunststück gleicht – und bin immer darauf bedacht, das sündhaft teure Hochzeitskleid in der Plastikhülle nicht zu malträtieren.

Ich bin spät dran. Und wenn ich sage spät, meine ich wirklich heftig spät. Nicht nur zwei oder drei Minuten. Nein. Man hänge eine Null hinter die Zahl und bekomme den wahren Wert.

Platsch!

Meine dünne Schuhsohle versinkt millimetertief in einer Pfütze, die ich dummerweise übersehen habe, weil ich das Prachtkleid so vor mir her balanciere, als trage ich rohe Eier auf den Armen. Das Dreckwasser bespritzt meine Jeans und Jacke. Ein flüchtiger Kontrollblick. Uff, was für ein Glück. Das weiße Rüschending hat nichts abbekommen. Meine Chefin würde mir glatt den Kopf abreißen, wenn ich es nicht unversehrt im Atelier abliefere.

Dieses Kleid hat allerhöchste Priorität, Mina!, hallen Frau Becks Worte in meinem Kopf. Dass sie auch immer so einen Aufstand machen muss, sobald der Name einer Kundin in der Öffentlichkeit nicht gänzlich unbekannt ist.

Ich schlängle mich zwischen Shoppingverrückten und Kaffeesüchtigen hindurch und stoppe abrupt, als das olle Männchen der Fußgängerampel auf Rot springt.

Na großartig, auch das noch!

Okay, okay, irgendwie kann ich Frau Beck auch verstehen. Ich gestehe sogar, ich sitze wie auf Nadeln, denn eine solche Society-Lady hatten wir bislang noch nie in unserem Kundenstamm. Dennoch verfluche ich in genau diesen Momenten mein Talent zur Allrounderin. Ich kann zwar nicht schneidern, auch darf ich keine Kleider entwerfen, obwohl es mich gewaltig unter den Fingernägeln juckt, aber ich erledige alles, was sonst anfällt. Terminplanung – und Koordination, Kundenbetreuung, hin und wieder auch Kundenlieferungen, Materialbeschaffung, Notfallretterin oder wie jetzt: Expressbotin.

Grün!

Ich spurte wie eine Verrückte über die Straße, fliege an einem Buchladen, einem Café und der hübschen Blumenboutique vorbei. Fast bin ich dort. Nur noch wenige Meter und ich gehe sie im Laufschritt.

Endlich erkenne ich das lang ersehnte Ziel.

Ich werfe das Kleid über die Schulter und lege noch einen Zahn zu. Nur noch über die Querstraße, dann bin ich da.

Es geht so schnell, dass ich gar nicht reagieren kann.

Ein grässliches Quietschen dicht neben meinem Ohr, gleichzeitig schreit eine aufgebrachte Stimme: »Pass auf!«, und das nächste, was ich mitbekomme, ist das laute Scheppern und ein Reifen, der sich genüsslich in meine Eingeweide bohrt.

»Oh verdammt!«

Dieser Ausruf kommt von dem Kerl, der eben mit seinem Rad in mich hinein gedonnert ist und nicht nur mich voll erwischt hat, sodass ich kaum noch atmen kann, leider auch die kostbare Ware in meiner Obhut.

Alles um mich herum verliert an Schärfe.

Mit einem ungesunden Grummeln in der Magengegend, wandert mein Blick am Kleid hinunter. Die Plastikhülle ist beinahe unbeschadet – aber eben nur beinahe.

Dann sehe ich es!

»Um Himmelswillen, nein!«, schreie ich entsetzt und es kommt dennoch nicht mehr als ein heiseres Krächzen aus meinem Mund. »Nein. Nein, nein, nein!«

Dicke schwarze Striemen breiten sich über dem edlen Weiß des Stoffes aus. Viel zu dick und matschig schwarz – so schwarz, wie ich in diesem Augenblick für meine berufliche Zukunft sehe!

Wie hypnotisiert stiere ich auf den Saum, wiederkehrende Hitzewallungen untermalen meinen rasenden Pulsschlag, während sich in meinem Innern die Gedanken überschlagen.

Ich sacke zu Boden.

»D-das ist eine Katastrophe!«

Meine Stimme verliert sich in der oberen Oktave und klingt fremd – und peinlich! Die Reaktionen der Passanten verraten es mir. Wie ein Blick in einen unsichtbaren Spiegel. Einige bleiben stehen, weitere tuscheln hinter vorgehaltener Hand. Dass sie nicht noch mit dem Finger auf mich zeigen, grenzt an eine Heldentat. »Geht es Ihnen gut?«, drängt sich eine tiefe Stimme zwischen das Gemurmel ringsum. Wieder der Kerl mit dem Rad – aka Ursache meiner Probleme, zumindest, was meine berufliche Karriereleiter angeht. Nicht dass ich eine wahnsinnig beeindruckende Laufbahn hinter mir hätte. Ich habe nicht mal eine nennenswerte Sprosse auf der Karriereleiter vorzuweisen. Ich bin schon froh, dass ich nach dem Kunststudium überhaupt einen Job gefunden habe.

Das verschwommene Bild des Mannes gewinnt an Schärfe. Er schwafelt noch irgendwas von »Verzeihung!« und »Tut mir leid«, aber ich höre es kaum.

In einer merkwürdigen Haltung beugt er sich halb über den Drahtesel, krümmt sich gleichzeitig zur Seite und schaut zu mir hinunter, sodass es mir unmöglich ist, abzuschätzen, wie groß oder klein gewachsen er ist. Aber etwas anderes begreife ich sofort. Wobei, das stimmt nicht ganz. Nicht mein Ich begreift das, sondern viel eher meine Sensoren, die über den Instinkt geführt werden. Er gehört zu der Kategorie Mann, die unter normalen Umständen mein Herz höher schlagen lässt …

 zur Autorin Mirjam H. Hüberli

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