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Jahresrückblick 2017

Hallo meine Lieben,

es ist 01:04 am 01.01.2018 und das neue Jahr hat frisch begonnen. Überall sind die Menschen am feiern, und auch wenn es nun grade nicht so aussieht, auch ich habe gefeiert. Auf meiner Wohngruppe, mit meinen Bewohnern und Kollegen. Und ja keine Frage, es war schön, doch während alle bei einem Glas Sekt das neue Jahr begrüßen, ist mit beim anblick des Feuerwerks ehr zum heulen. Schon den ganzen Abend verfolgen mich zwei Gefühle – Trauer und tiefe Einsamkeit.

Kann man zwischen 14 Bewohnern und 3 Kollegen einsam sein? Ja man kann. Schon früh am Abend, als ich im Bad stand und mich wie jedes Jahr fertig gemacht habe, schlich sich das Gefühl langsam in den Raum. Von draußen klingen die ersten Raketen und Böller, und es ist mir als höre ich ein leises tapsen, das sich auf mein Bad zu bewegt. Ich bin verwundert. Was für viele allein lebende Menschen nun nach einem schlechten Horrorfilm klingt, ist tatsächlich ein böser Scherz meines Gehirns.

Das tapsen, ja das gab es wirklich. Letztes Jahr um diese Uhrzeit kam meine kleine Hanni ins Bad getapst und versteckte sich in der Dusche, während sie mich im Spiegel beobachtete. Zugegeben eine sehr schöne Erinnerung, doch als mir heute wieder einfällt, das es garnicht möglich ist, da meine Kleine schon seit nun 2,5 Monaten ein Engel ist, da verwandelt sich diese Erinnerung schnell in Trauer. In diesem Moment stand die Einsamkeit hinter mir und legte böse lächelnd ihre kalte Hand auf meine Schulter.

Der Abend schritt voran, und ich war mit meiner Gruppe am Tanzen, Snacks futtern und in Vorfreude auf das kommende Jahr, das nun nur noch 2 Stunden auf sich warten lässt.

10 vor 12Uhr : Alle ziehen ihre Jacken an, wir gehen auf unseren Balkon und sehen gemeinsam in den Himmel. Wir verteilen Sekt, und gemeinsam stoßen wir auf ein Frohes Neues Jahr an. Um uns herum fliegen bunte Raketen, und keiner kann sich an dem Spektakel satt sehen. Ein fröhliches Lachen geht durch die Reihen. Doch mir ist nicht nach lachen zu mute. Mir fliegen Erinnerungen durch den Kopf, doch es sind keine die mich lachen lassen. Die schönen Momente des Jahres sind in weite Ferne gerückt. Die letzten 3 Monate sind präsenter den jeh. All die Tiefschläge schießen mir wild durch den Kopf, lassen mich alles drum herum vergessen. Und ein Gedanke, sitzt besonders tief.- Silvester vor einem Jahr.

Wir sind gemeinsam auf den Hochblauen gefahren, da Hanni sich im Auto sowieso sicherer fühlte fuhr sie mit uns. Als wir ausstiegen, um uns das viel tiefer liegende Feuerwerk der angrenzenden Länder und Städte anzusehen, rollte sie sich in unserem Auto zusammen und verschlief das Neue Jahr. Die Lichter wahren ihr egal, und das Böllern, im Auto kaum hörbar. Meine sonst so ängstliche Maus schief tief und fest, und als wir später ins Auto zurück kehrten empfing sie und mit freudigem Wedeln und freute sich bereits auf die Heim fahrt. Es war wunderschön, und wir waren in froher Erwartung was das Jahr wohl bringen würde.

Das ich dieses Jahr ohne sie Feiern muss, und meine Hoffnungen für 2017 heute nur traurige Erinnerungen sind, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nie geglaubt.

Nun ist ein Jahr vergangen, ich würde es als das schlimmste meines 18 jährigen Lebens bezeichnen. Und ich stehe hier, unter Millionen kleinen Lichtern, auf einem Balkon zwischen lauter glücklichen Menschen, und kämpfe gegen meine Tränen. Und auch wenn es eigentlich kein Grund für Stolz ist, so bin ich es doch, obwohl ich nicht alle verhindern konnte, haben es trotzdem nur die Stärksten geschafft.

 

Mein Jahr, und wieso ich eine solange Pause einlegen musste

 

Wie mein letztes Silvester war, wisst ihr nun ja schon. Das aktuelle kennt ihr ebenfalls, doch die Geschehnisse dazwischen habe ich bisher nicht öffentlich gemacht.

Januar : Ich war viel arbeiten. Bin oft mit einem guten Freund essen gewesen, habe mein Leben zufrieden gelebt. Ich habe C. und ihren 24 jährigen Würtemberger kennengelernt, bin im Schnee geritten, und war irgendwo zwischen Erfrieren und Glück. Meine Hündin Hanni hat eine OP, ihr wird ein Mammatumor entfernt, die OP verläuft komplikationslos und die Wunde ist nicht all zu riesig,

Ludi 2017
Ludwig nach einem Wanderritt

Februar: Nach leichten Komplikationen bei der Wundheilung sind nun die Fäden endlich gezogen. das kleine nackte Bäuchlein bleibt uns allerdings noch eine weile erhalten. Das Wetter ist angenehm und wir nutzen unsere Freizeit mit allerlei Spaziergängen. Die Schulanmeldung klang viel versprechend, und ich war gespannt ob es wirklich klappen würde. Nebenher ist Fasnacht, ich gehe mit meinen Bewohnern Tagsüber auf Umzüge, abends geht es mit Freunden weg…Schlaf? -> was ist das?

Hanni best.JPG

März: Das erste Buch-Event im Jahr, die Leipziger Buchmesse. Ich bin zum ersten Mal dabei, trage meine halbe Grippe mit mir rum, bin abends total Tot. Und kann euch heute garnicht mehr in Worte fassen, wie unglaublich genial es war. Auf Instagram habe ich euch zum Teil live dabei gehabt. Direkt im Anschluss hatte meine Mutter am Messe Sonntag Geburtstag ( Hab dich lieb ❤ du liest das eh wie ich dich kenne :P) Wir haben eine kleine Überraschungsparty gemacht, und abends ging es für mich wieder heim, denn am Montag um 6:30 Uhr hieß es wieder Frühdienst.

April: Ganz ehrlich Leute? Keine Ahnung was da war, auf jedenfall nichts besonderes, denn ich kann mich nicht Erinnern irgendwas gemacht zu haben 🙂

Mai: Mein erster Wanderritt mit Ludwig. Ein kleiner Besuch bei meiner Mutter. Und am Ende eine Woche Urlaub im Kloster Alexanderdorf bei meiner Tante. Natürlich verbunden mit einigen Besuchen bei meinem Bruder in Berlin, wenn man schon mal da ist, muss man es ja schließlich nutzen.

Juni: Wir sind in Polen, unser Familien Kücken feiert erst Kommunion, und wir sind dabei. Mein lieber Schieber gab es da viel Kuchen und andere Leckereien. Bergeweise bunte Kuchen, das ganze Dorf hat für die Kinder gebacken und so ist die Auswahl riesig. Meine kleine Hanni macht der weilen Urlaub bei Mama. Da sie in den letzten Wochen ein paar Epileptische Anfälle hatte, ist mir nicht wohl sie so lange alleine zu lassen. Aber wie es der Zufall so will, war die Zeit völlig Problemlos und voller schöner Spaziergänge durch den Kurpark.

Juli: In unserer Stadt ist das MPS zu Besuch. Ich und meine beste Freundin tanzen im Regen zu Faun und singen bei The Fiddlers Green fröhlich mit. Die finale Phase der Schulplatzvergabe beginnt,  ich bin nervös und schaue jeden Tag mindestens 2 Mal rein ob sich an meinem Status etwas geändert hat. Standen die Aussagen sehr positiv, so sieht meine Aktuelle Position sehr negativ aus, nur ein behelfsmäßiger Platz, im meiner Notlösung. Egal immerhin ein Schritt näher am Abi ( Kommentar aus der Zukunft: Lachend vom Stuhl gefallen, von wegen Abi)

August: Sommerferien in den Caritas Werkstätten…. oder: Alle Arbeiten Überstunden, und es sind immer noch Tage unbesetzt…. Urlaub für die Bewohner gleich dreimal so viel Arbeit für uns. Dazwischen ein bisschen schlafen, und 3 lange Wanderritte (26km ). Muskelkater garantiert.

September: 09.09 mein Vorerst letzter Tag in Vollzeit, denn am 11.09 beginnt das neue Schuljahr. Mich plagen Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. In der zweiten Schulwoche bin ich das erste mal einige Tage krank geschrieben. Ich bekomme leichte Schlafmittel, und esse mehr Paracetamol, als richtige Lebensmittel. Am 19.September ein neuen OP Termin. Ich bin nun auch in der dritten Woche nicht im Unterricht, stattdessen fiebere ich Zuhause dem erlösenden Anruf aus der Tierklinik entgegen. Doch zuerst der Schock, die OP zeigt einen schwer Operierbaren Tumor. Das Problem, drinnen blieben kann er nicht, und eine weitere Entfernung ist nah am Bauchfell und somit sehr riskant. Doch wenn sie sonst ohnehin sterben muss, ist das Risiko nur eine Abwägung der Zeitpunktes. Wir machen weiter, alles Läuft glatt. Am frühen Nachmittag ist mein kleiner Trödeltroll wieder Zuhause.  Bei der Röntgen Untersuchung sind 2 Tumore in der Lunge zu erkennen, klein und ohne Auswirkungen. Im Rechten Schulter bereich ebenfalls ein Tumor, allerdings eine Stelle an der er früher oder später stört, nicht Operabel. Die Aussicht? Schlecht, aber zumindest noch Monate, vielleicht sogar Jahre??? Wir Hoffen und beobachten. In den letzten Septembertagen noch einige Gespräche mit der Schule. Gesundheitlich währe ein Abbruch am besten, aber das will ich nicht.

Oktober: Nun geht alles ganz schnell. Am 05.Oktober wird entschieden das die Gesundheitlichen Auswirkungen aus Sicht der Schule nicht zu Verantworten sind. Ich verlasse die Schule nach nur 11 Anwesenheitstagen. Nach der Schule holt mich meine Fahrlehrerin ab, wir Fahren mit einem anderen Fahrlehrer eine Prüfungssimulation. Alles läuft gut, er sieht keine Probleme, gibt mir als Tipp mehr Selbstbewusstsein beim Parken.  06.Oktober ich stehe früh auf da ich mit zum Einkaufen möchte. Als wir gegen 10 das Haus verlassen wollen, sehe ich das meine Hündin eine riesige Schwellung am Hals hat, wir fahren sofort zum Tierarzt. Dort die Schreckliche Nachricht, der Tumor in der Schulter ärgert dem Lymphknoten im Hals, dieser ist Enorm angeschwollen. Sie bekommt starke Antibiotika und Cortison gespritzt. Sollte es stark abschwellen, kann es vielleicht noch einige Wochen gut gehen. Schlagen sie allerdings nicht an, müssen wir sie möglichst schnell gehen lassen. Der Nachmittag zieht sich unglaublich in die länge. Ich gehe auf Arbeit vorbei und lasse mich für die kommenden Tage aus dem Dienstplan nehmen. Mir schwebt soviel durch den Kopf, wann erlösen wir sie am besten, sie soll nicht leiden müssen, aber es ist Wochenende. Aber in der nächsten Woche muss ich meine Führerscheinprüfung fahren, da kann ich mir eine Emotionale Kriese am Tag davor nicht leisten. Am Abend geht alles ganz schnell, wir entscheiden das Angebot unserer Ärztin an zunehmen, und Hanni am nächsten Tag zu erlösen. Die Nerven liegen blank. Unsere letzte gemeinsame Nacht hat Hanni fast komplett wach gelegen, ich denke sie hatte Schmerzen. Ihre Lunge brachte sich hin und wieder zum Husten. Wir kuschelten lange, bevor es am nächsten Tag ein kleines Frühstück für sie gab. Mit ihren Lieblings Leckerlis ging es noch einmal spazieren. Sie lief langsam aber wirkte zufrieden. Ich war inzwischen am dauerheulen. Gegen Mittag war dann alles vorbei. Meine kleine Süße war von uns gegangen, ihr Leiden hatte ein Ende. Doch unseres fing grade erst an. Ich konnte nicht zuhause sein, also ging ich in den Nachbarort und setzte mich an eine Brücke und lauschte dem Wasser unter mir. Viele schöne Jahre lagen nun hinter uns. Mit ihr verließ  uns ein Teil unserer Familie, und riss eine Lücke hinein, von der keiner je geglaubt hätte das sie so groß sein könnte.

Wir trauern noch heute, wenn auch nicht mehr ganz so oft.

Am 12.Oktober dann meine Fahrprüfung, ich fühlte mich alles, aber nicht bereit, doch es half nichts, Augen auf und durch. Bestanden! Auf dem Heimweg das erste Mal im eigenen Mercedes fahren. Jetzt sollte der Punkt mit dem glücklich kommen… Aber mir war schlecht! Hatte ich mich Wochen, vielleicht sogar Monate gefreut meine kleine Beifahrerin bald selbst durch die Welt zu kutschieren, so wusste ich nun das dies nie der Fall sein würde. All meine Überlegungen welches Auto zugleich meinen Wünschen entspricht, und niedrig genug zum rein Springen ist, einen großen Fußraum zum Schlafen besitzt, und klein genug ist, das man ihr an der Ampel mal über die Nase streicheln kann, waren Geschichte. Sie würde mich nie auf meinen Fahrten begleiten. Trauer überschattete den Tag. Noch heute meide ich den Blick in den Fußraum.

 

November: Meine Mutter ist eine Woche bei uns. Wir gehen essen, haben Spaß. Schwelgen in Erinnerungen, Vermissen unsere Kleine. Ich werde 18. Lasse mir mein erstes Tattoo stechen, im trauriger Erinnerung an meinen geliebten Hund. Mein Leben muss weiter gehen, und so suche ich mir einen Job, statt meine schulischen Ziele zu verfolgen. Wir schmeißen eine Geburtstagsparty, die klein aber wunderschön ist. Mein bester Freund ist mir nah wie seit Jahren nicht mehr, und wir genießen die gemeinsame Zeit.

Dezember: Meine beste Freundin hat Geburtstag und wir fahren an den Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf Burg Stettenfels. Ein schöner Tag, eine elendig lange Fahrt. Abends besuche ich meine Mutter. Am nächsten Tag ein Ausflug ins Cats Cafe Karlsruhe. Abends der Schock, das Auto springt nicht an, mit Hilfe der Gelben Engel bin ich mit einigen Stunden Verspätung auf dem Heimweg. Meine Nerven liegen blank, und das wird sich sobald auch nicht ändern.

Mit dem Job hat es trotz gutem Probearbeiten nicht geklappt, beide Seiten entschieden sich dagegen.

Und nun sind 2 Stunden ins Land gezogen. Ein riesiger Text voller Emotionen ist entstanden, und ich bin mir fast sicher das niemand bis hier lesen wird. Aber falls doch, so kann ich mich nur bei all meinen Lesern bedanken. Danke das ihr mir immer noch Folgt, Danke das ihr meine lange Pause verzeiht. Ob ich im Neuen Jahr wieder aktiver werde, weis ich noch nicht. Einige Rezensionen währen noch offen, aber aktuell lese ich kaum, und habe auch keine Motivation mich mit den gelesenen Büchern zu befassen. Im neuen Jahr wird es auf jeden Fall eine neue Kategorie auf meinem Blog geben, in der ich über Privates und anderes Schreiben werde. Einfach alles was mich beschäftigt, aber nicht im Buch geschrieben steht.

 

In diesem Sinne, ein Frohes Neues Jahr, auf das es all eure Wünsche erfüllt

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2 Kommentare zu „Jahresrückblick 2017

  1. Liebe Janina,

    du hast da einen wirklich emotionalen, ergreifenden Text verfasst und ich kann verstehen, dass du dir das alles mal von der Seele schreiben musstest.
    Auch wenn es jetzt schon ein bisschen her ist: herzliches Beileid wegen deiner Hanni. Meine Dina ist 2010 von mir gegangen und es tut auch heute noch weh, aber es wird besser.
    Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe, dass 2018 besser wird.

    Fühl dich gedrückt.

    Liebst,
    Rika

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